Brescia ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Brescia und zweitgrößte Stadt der Lombardei, sie gilt als drittgrößte italienische Industrieregion.
Das antike Brixia war eine Siedlung des keltischen Volksstammes der Cenomanen. Es wurde 225 v. Chr. römisch, als sich die Cenomanen Rom unterwarfen. 452 wurde Brixia von Attila geplündert und war in der Zeit der Langobarden Sitz eines Herzogtums.
Bis 1797 gehörte Brescia zu Venedig und kam dann unter österreichische Herrschaft. Im Frühjahr 1849 wurde die Stadt berühmt wegen der Revolte gegen die österreichische Herrschaft. Der zehntägige Volksaufstand unter Führung von Tito Speri begann am 23. März, nachdem die Stadt die Zahlung eines Bußgeldes an österreichische Stellen verweigert hatte. Während der Kämpfe beschoss die österreichische Garnison mit Kanonen u.a. den Dom, den Palazzo della Loggia, das Theater und zahlreiche Privatwohnungen.
Am 13. Juni 1859 zog Giuseppe Garibaldi mit seinen Alpenjägern in die Stadt ein, nachdem er die Österreicher zuvor bei Varese und San Fermo geschlagen hatte. Für ihren Freiheitskampf im Risorgimento erhielt die Stadt Brescia den Beinamen Leonessa d'Italia ("Löwin Italiens"). Am 28. Mai 1974 fand auf der Piazza della Loggia ein Anschlag von Neofaschisten statt.
Brescia ist die einzige Stadt Oberitaliens, in der alle Epochen ihrer Geschichte mit bedeutenden Monumenten im Stadtbild vertreten sind. Gemessen an dieser Fülle von Bauwerken aus der Antike, dem Mittelalter, der Renaissance sowie dem Barock hat der folgende Rundgang einen eher exemplarischen Charakter und präsentiert einige herausragende Beispiele. Betrachtet man den Stadtplan von Brescia, so sind immer noch die in römischer Zeit angelegten, rechtwinklig zueinander verlaufenden Straßenzüge zu erkennen. Die ursprüngliche römische Siedlung, die eine der bedeutendsten des römischen Oberitaliens war, liegt heute im Ostteil der Stadt. Das von mittelalterlichen Mauern eingefasste Areal ist jedoch größer als die Stadt zu damaliger Zeit.
Ursprünglich standen auf dem Domplatz von Brescia drei romanische Monumentalbauten. Im 17. Jahrhundert erlag man aber auch hier der grassierenden Barock-Manie und riss die Sommerkathedrale ab. An ihrer Stelle erstand der Neue Dom, dessen Bau 1604 begonnen und erst 1825 beendet wurde. Eine große Kuppel erhebt sich über der imposanten Fassade aus weißem Botticino-Marmor. Im kreuzförmigen Innenraum sind zahlreiche Kunstwerke zu finden, wenn auch nicht immer von bedeutendem künstlerischen Rang. Der 1433 eröffnete, schönste Platz der Stadt wird von dem prächtigen Renaissance-Gebäude der Loggia beherrscht. Das neue Regierungszentrum wurde 1484 von den Venezianern als Gegensatz zum mittelalterlichen Domplatz geplant. Der mit plastischen Ornamenten reich geschmückte Palast wurde im Jahre 1492 begonnen und 1570 unter Beteiligung der Architekten Jacopo Sansovino und Andrea Palladio im oberen Teil fertiggestellt.
Unter den vielen Gotteshäusern der Kunststadt Brescia ist die Kirche Santa Maria della Carità ein Schaustück aus der Barockperiode Brescias. Der prunkvolle Hauptaltar ist einer der schönsten der Stadt. Der Ursprung des Bauwerkes geht auf das 16. Jahrhundert zurück.
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