Genua

Genua ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und der Region Ligurien im nordwestlichen Italien an der Küste des Mittelmeeres. Die Prachtstraßen Le Strade Nuove mit den Renaissance- und Barockbauten der Palazzi dei Rolli im Zentrum der Altstadt wurden 2006 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Genua ist aufgrund ihrer Lage eine fast ausschließlich dem Meer zugewandte Stadt. In Genua wird die Trennung zwischen dem extrem dicht besiedelten, oft planlos verbauten Küstenstreifen und dem dörflich geprägten, von zunehmender Abwanderung betroffenen, strukturarmen Hinterland, welche ganz Ligurien prägt, besonders deutlich. Noch heute können aufgrund dieser Gegensätze die Berührungspunkte der Genuesen mit weit entfernten Hafenstädten im gesamten Mittelmeerraum größer sein, als mit einem geographisch zwar nur wenige Kilometer entfernten, nach Tradition und Mentalität aber Welten entfernten Bergdörfchen im Apennin. Geographisch gesehen bildet Genua genau die Mitte der italienischen Region Ligurien.

Das Klima Genuas ist ein maritim gemäßigtes, mit Übergängen zum mediterranen Klima, und wird oft von den Atlantikwinden der Westwindzone beeinflusst. Ausläufer des Mistralwindes begünstigen in der Region Genuas die Bildung von Tiefdruckwirbeln. Die dem Küstenverlauf folgende Stadtfläche wird an ihren beiden Ausläufern von zwei Flüssen durchquert. Im Levante der Bisagno, mit seiner Mündung im Stadtteil Foce, und im Ponente von dem Fluss Polcevera, welcher die Stadtteile Sampierdarena und Cornigliano trennt. In dieser Weise lassen sich fünf große Zonen abgrenzen: das Zentrum, Valpolcevera, Valbisagno, Ponente und Levante.

Genua besitzt eine der größten Altstädte in Europa. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie zunehmend dem Verfall preisgegeben – nicht nur, weil aufgrund gravierenderer wirtschaftlicher Probleme das Geld zur Erhaltung fehlte, sondern auch, weil zunehmend weniger Genuesen dort wohnen wollten. Heute wird die Altstadt daher vor allem von nordafrikanischen Einwanderern dominiert, wodurch besonders abends und an den Wochenenden eine bunte, fast heitere Multikulti-Atmosphäre in den engen Gassen herrscht, die nachts jedoch gefährlich sein können. Der alte Hafen westlich der Altstadt wurde in den 1990er Jahren grundlegend umgestaltet. In der Altstadt selbst wurden unzählige Palazzi restauriert. Die Hauptachse der Altstadt, die Via di San Lorenzo, wurde verbreitert. Neben der Fontana di Piazza de Ferrari ist der Leuchtturm, oder La Lanterna, das Wahrzeichen der Stadt Genua. Er befindet sich auf einem Hügelvorsprung in der Nähe vom Stadtteil Sampierdarena im westlichen Bezirk der Stadt.

Der Hafen von Genua ist hinsichtlich seines Containerumschlags einer der größten am Mittelmeer. Seine Bedeutung erhält er vor allem durch sein großes Hinterland, das die Industriegebiete von Mailand und Turin umfasst und bis in die Schweiz reicht, für welches Genua den nächstgelegenen Seehafen darstellt. Im Stadtgebiet von Genua befinden sich zwei größere Bahnhöfe, die beide von der Hauptstrecke Ventimiglia-La Spezia passiert werden. An den europäischen Flugverkehr angeschlossen ist Genua seit dem 17. Juli 1985 durch den Flughafen Cristoforo Colombo, welcher wegen Platzmangels auf einer künstlich aufgeschütteten Halbinsel im Mittelmeer errichtet wurde. Der Flughafen liegt im Stadtteil Sestri Ponente.