Neapel
Neapel ist nach Rom und Mailand die drittgrößte Stadt Italiens und die größte Stadt in Süditalien. Sie ist die Hauptstadt der Region Kampanien und der Provinz Neapel.
Neapel liegt am nördlichen Rande des Golfs von Neapel, eines Supervulkans mit einem Durchmesser von über 30 Kilometern, der zur Bruchzone auf der tyrrhenischen Seite des Apennin gehört. Die Stadt befindet sich auf etwa halbem Wege zwischen zwei peripheren und aktiven vulkanischen Gebieten dieses Supervulkans. So sehr die vulkanischen und tektonischen Aktivitäten dieser Region den Menschen auch immer wieder bedrohten, so sehr sorgten sie auf der anderen Seite mit der Entstehung von Thermalquellen und der Bildung überaus fruchtbarer Böden in Verbindung mit dem wachstumsfördernden Klima für optimale Siedlungsvoraussetzungen, wodurch die Gegend am Golf von Neapel seit alters her zu den dichtbesiedeltsten Gebieten Italiens gehört.
Neapel besteht aus insgesamt 31 Stadtteilen, die sich in Anpassung an die topographischen Gegebenheiten um den Golf schmiegen. Der Übergang zu den angrenzenden, unabhängigen Kommunen der Agglomeration ist fließend. Auffällig ist, dass Neapel keine einzelne Stadtmitte besitzt, sondern mehrere kleinere Zentren. Diese werden von verschiedenen größeren Plätzen beherrscht, wie der Piazza Garibaldi am Zentralbahnhof, der Piazza Cavour am Nordrand der Altstadt, der Piazza Dante im nordwestlichen Altstadtbereich, der Piazza Municipio im Bereich des Fährhafens und der Piazza Mercato am Frachthafen. Neapel kann auf eine lange und bewegte, in wesentlichen Teilen aber auch von Fremdherrschaft und Unterdrückung geprägte Geschichte zurückblicken. In den Gebäuden und Museen, aber auch in den kulturellen Eigenheiten der Stadt sind bis heute Spuren aus fast allen Perioden dieser langen Entwicklung zu finden.
Neapel wurde vermutlich von Einwohnern der bereits um 750 v. Chr. entstandenen griechischen Kolonie Kyme begründet. Von Cumae aus wurde einige Kilometer entfernt eine weitere Stadt gebildet: Parthenope auf dem heute inmitten Neapels liegenden Hügels Pizzofalcone. Aus dieser Niederlassung Parthenope ging um 500 v. Chr., wohl durch Erweiterung der alten Stadt am Fuße des Berges schließlich die neue Stadt Neapel hervor.
Vielen Besuchern der Stadt erscheint die neapolitanische Küche als Verkörperung der italienischen Küche schlechthin, was wenig verwundert, basiert sie doch in einem Maße wie kaum eine andere Regionalküche des Landes auf den drei Säulen Pizza, Pasta und Pomodori. Die Pizza soll in der Stadt erfunden worden sein. Neapel hat die Kunst des Pizzabackens zur Perfektion entwickelt und mit der Pizza Napoletana und der Pizza Margherita zwei Klassiker unter den Pizzen kreiert. Auch die älteste Pizzeria Italiens, die Antica Pizzeria Port'Alba von 1830 befindet sich in der Stadt. Als typischste Nudelsorte Neapels gelten die Maccheroni, aber auch Spaghetti, Penne und Vermicelli sollen hier ihren Ursprung haben. In Neapel wurde die Nudelmaschine erfunden, hier nahm die industrielle Nudelfertigung ihren Anfang und von Neapel aus trat die italienische Pasta, wie die Pizza, ihren Siegeszug um die Welt an.