Palermo
Palermo ist die Hauptstadt der italienischen Region Sizilien und die Hauptstadt der Provinz Palermo. Im 8. Jahrhundert v. Chr. gegründet, erlebte die Stadt vor allem unter der Vorherrschaft der Araber sowie der Normannen eine Blütezeit. Heute ist Palermo Italiens fünftgrößte Stadt und das politische sowie kulturelle Zentrum Siziliens.
Palermo liegt an einer Bucht des Tyrrhenischen Meeres an der Nordküste Siziliens. Begrenzt wird die Bucht im Norden vom Monte Pellegrino, im Osten vom Monte Catalfano. Die Ebene zwischen den Bergen wird italienisch "Conca d'oro" genannt. Der ursprüngliche Name der Stadt kam aus dem Punischen und lautete Ziz. Er bezog sich auf die Fruchtbarkeit der Landschaft. Den heutigen Namen gaben die Griechen, die den natürlichen Hafen Palermos begehrten.
Wichtigster Wirtschaftssektor ist der Dienstleistungssektor. Hierzu trägt auch der zunehmende Tourismus bei. Des weiteren ist Palermo Standort verschiedener Industriebetriebe aus den Bereichen chemische Industrie, Fahrzeug- und Schiffbau, Metall- und Textilindustrie. Die Landwirtschaft spielt mit dem Anbau von Zitrusfrüchten und Gemüse im Vergleich zu früher eine untergeordnete Rolle.
In Palermo befindet sich eine der größten Hochschulen Italiens. Die Universität Palermo wurde 1806 gegründet und umfasst zwölf Fakultäten. Daneben gibt es eine Fachhochschule für Technik sowie Handels-, Musik- und Kunstschulen, eine Theologische Fakultät und eine Niederlassung der Privatuniversität LUMSA. 1832 ging die Accademia di Scienze, Lettere ed Arti aus der 1718 gegründeten Accademia del Buon Gusto hervor. Aufgabe des von Bruno Lavagnini gegründeten Istituto Siciliano di Studi Bizantini e Neoellenici ist vor allem die Erforschung von Sprache, Geschichte und Kultur des byzantinischen Sizilien und Süditaliens sowie der neugriechischen Literatur.
In Palermo gibt es mehrere Kirchengebäude im arabisch-normannischen Stil. Für Kirchengebäude ungewöhnlich sind deren meist außen rot gefärbte Kuppeln, die eher an Islamische Kunst erinnern. Zu den gotischen Kirchen zählen Santo Spirito, erbaut im 12. Jahrhundert, Sant’Agostino und San Francesco d’Assisi, beide erbaut im 13. Jahrhundert. Das Kirchengebäude Santa Maria dello Spasimo, errichtet ab 1506, beherbergt heute ein Kulturzentrum, in dem Theater- und Musikveranstaltungen stattfinden. Santa Maria della Catena, erbaut von 1500 bis 1540, ist ein Beispiel für den Baustil der katalanischen Spätgotik.
Der zentrale Platz der Altstadt ist Quattro Canti an der Kreuzung der Hauptstraßen Corso Vittorio Emanuele und Via Maqueda. Die Barockpaläste an den vier Ecken haben konkav geschwungene Fassaden. Sie sind geschmückt mit Brunnen und Statuen, die die vier Jahreszeiten, die spanischen Könige von Palermo und die Schutzheiligen der alten Stadtviertel darstellen. Die Piazza Pretoria wurde im 16. Jahrhundert in der Nähe der Quattro Canti angelegt, um Platz für einen großen, manieristischen Brunnen zu schaffen, die Fontana Pretoria. Die Piazza della Rivoluzione erinnert daran, dass an dieser Stelle 1848 der Aufstand gegen die Bourbonen begann und zwölf Jahre später Giuseppe Garibaldi erstmals in Palermo auftrat. Der Brunnen Fontana del Genio in der Mitte des Platzes ist eines der Wahrzeichen der Stadt.